Spezialgebiete

Was ist ein Hallux valgus und wie entsteht er?

  • Hallux valgus = Abweichen der Großzehe nach außen


  • Entsteht durch Dehnung der Fußweichteile mit resultierender Abweichung des 1. Mittelfußknochens nach innen, wodurch die Zugrichtung der Großzehenstrecksehne so geändert wird, dass sie die Großzehe nach außen zieht.
  • Nach einiger Zeit entwickelt sich das störende Überbein am Großzehenballen.
  • Der Vorgang wird durch zu enges und spitzes Schuhwerk begünstigt.
  • Die abweichende Großzehe kann ihrerseits die 2. Zehe nach oben schieben, was zu weiteren Störungen führt.
  • Manchmal ist das Großzehengrundgelenk zusätzlich zur Fehlstellung mehr oder weniger verschlissen (Hallux rigidus).

Was geschieht bei der Operation?

  • Das Ausmaß des Spreizfußes zeigt sich in der Größe des Winkels zwischen dem 1. und 2. Mittelfußknochen.
  • Nach den Winkelgraden richtet sich auch unsere Wahl der Operationsmethode (das Normalmaß des Winkels liegt unter 10°).
  • Es existieren für den Hallux valgus unzählige Operationsmethoden. Wir haben uns für einige wenige entschieden, die sich bewähren und gute Ergebnisse zeigen:

  vorher nachher

Grundgliedosteotomie nach Akin

Chevron-Korrekturosteotomie nach Austin

Scarf-Korrekturosteotomie

basisnahe opening- od. closing wedge Osteotomie

Arthrodese des 1. Tarsometatarsalgelenkes (Gelenk zwischen Mittelfuß- und Fußwurzelknochen)

  • Neben den knöchernen Korrekturen wird in den meisten Fällen auch die innenseitige Gelenkkapsel mit eine speziellen Naht gerafft.
  • Diese Naht der Gelenkkapsel ist anfangs nicht sehr haltbar und muss durch besondere Maßnahmen bei der Nachbehandlung zusätzlich geschützt werden.

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Wie wird der Fuß betäubt?

  • Diese Eingriffe sind grundsätzlich in regionaler Betäubung des Unterschenkels und Fußes möglich.
  • In speziellen Fällen ist auch eine Vollnarkose möglich.
  • Die Art der Betäubung wird in einem Gespräch mit dem Narkosearzt festgelegt.

Die Operation ist ambulant möglich, wenn:

  • ein weniger komplizierter Eingriff durchgeführt wird
  • keine schwerwiegenden gesundheitlichen Störungen vorliegen
  • die anschließende häusliche Versorgung für mindestens 24 Stunden gewährleistet ist
  • wenn der Transport zur Operation und zu den Verbandwechseln organisiert ist
  • der Wohnort nicht zu weit entfernt ist
  • Eine Vollnarkose spricht nicht gegen die ambulante Operation
    (Sie dürfen in der 1. Nacht nicht alleine sein und müssen auf dem Heimweg begleitet werden.)

Weitere Informationen zu ambulanten Operationen finden sie hier!


Wie sieht die Nachbehandlung aus?

  • Das "Problem" der operierten Füße ist die Schwellung. Daher gilt als oberstes Gebot: Hochlagerung, lokale Kühlung und wenig Laufen!
  • Da der verschobene und verschraubte Knochen und die Kapsel für 4 - 6 Wochen entlastet werden müssen, gibt es einen Spezialschuh, der die Belastung des Fußes reduziert.
  • Bei komplizierteren und umfangreicheren Eingriffen ist das Tragen des Schuhes bis zu 8-10 Wochen nötig, in Einzelfällen muss sogar ein Unterschenkelgips angelegt werden, der meist auch für ca. 8 - 10 Wochen verbleibt.
  • Den Schuh erhalten Sie am 1. Tag nach der OP (bei ambulanten Operationen am Operationstag). Bis dahin bleibt der Fuß straff gewickelt und wird hoch gelagert.
  • Um eine Venenthrombose zu verhindern erhalten Sie für einige Tage Spritzen in die Bauchhaut. Bei einer Gipsbehandlung die die Thromboseprophylaxe für den gesamten Zeitraum notwendig!
  • Eine Entfernung sollte des Nahtmaterials sollte nach 10 - 12 Tagen erfolgen und kann auch durch Ihren ambulenten Arzt durchgeführt werden.
  • Nach ca. 14 Tagen, bei komplikationsloser Wundheilung, dürfen Sie wieder duschen.
  • nach 4 – 6 Wochen, bzw. nach 8 - 10 Wochen, bei größeren Operationen, dürfen Sie wieder im Normalschuh laufen. Wegen der üblichen Schwellung des Fußes muss es ein größerer Schuh sein, der die Großzehe keinesfalls wieder nach außen drücken darf. Am besten breite Schuhe in Übergröße, die vorne nicht spitz geformt sind.
   
  • Um ein gutes Ergebnis zu erzielen ist, neben einer gelungenen Operation, eine intensievste physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig, die schon während Ihres Aufenthaltes in unserer Einrichtung beginnt.
  • Dabei sollten besonders die Grundgelenke der operierten Zehen beübt werden.
  • Eine häusliche Fortführung und Selbstübungen sind dabei sehr hilfreich.
  • Je extremer die Fußveränderungen, je länger die Veränderungen bestanden und je höher das Lebensalter - desto länger braucht der Fuß, bis er seine Aufgaben wieder normal erfüllt: d.h. schmerzfreies Abrollen im normal großen Schuh ohne nennenswerte Schwellung. Dies dauert zwischen 4 - 6 Monate (in Einzelfällen und bei schwierigen Eingriffen bis zu 12 Monaten).
  • Extreme Veränderungen lassen sich nicht ohne weiteres zu einem „normalen“ Fuß umformen!
  • Um bei der Geraderichtung der Großzehe dauerhaften Erfolg zu haben, ist es gelegentlich nötig, die Kapselnaht an der Innenseite des Fußes zu schützen. Daher wird vom 1. Tag an die Großzehe mit einer schmalen elastischen Binde so gewickelt, dass sie nach innen gezogen wird. Die Kapselnaht wird somit entlastet. Nach einigen Tagen wird eine "Halluxbandage" verordnet, die die ersten 4 Wochen ständig und im Anschluss für ein viertel Jahr nur noch nachts angelegt werden sollte.
  • Alle Operationsmethoden haben eine gewisse Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit zur Folge! Eine Operation sollte nicht erst erwogen werden, wenn die Schmerzen und Fehlstellung nicht mehr zu ertragen ist. Die rechtzeitige Operation bringt die besten Ergebnisse!

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