Ausführliche Informationen zum künstlichen Bandscheibenersatz:
Der Gedanke eine verschlissene Bandscheibe ganz oder teilweise mit einem künstlichen Implantat zu ersetzten ist über 40 Jahre alt. Wenige dieser Entwicklungen wurden klinisch am Menschen eingesetzt. Bis zu Beginn der 90er Jahre waren die Ergebnisse nicht zufrieden stellend. Die Philosophie der neuesten Implantatgeneration ist das Materialkonzept zweier Metallplatten zwischen denen beweglich ein Kunststoffkern gelagert ist.
Operationsindikation:
Ein Bandscheibenersatz wird als Ersatz für eine verschlissene (degenerierte), natürliche Bandscheibe im Bereich der Lenden- und Halswirbelsäule eingesetzt. Ziel ist es, den bandscheibenbedingten (diskogenen) Rückenschmerz zu beseitigen und gleichzeitig die natürliche Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten.
Bei bereits voroperierten Patienten nach Entfernung eines Bandscheibenvorfalls (Nukleotomie) und wieder auftretender Beschwerdesymptomatik kann ebenfalls der künstliche Bandscheibenersatz erwogen werden.
Operationstechnik:
Bei der Operation wird die degenerierte Bandscheibe komplett entfernt und die Bandscheibenprothese stattdessen zwischen die Wirbelkörper platziert. Dort verankert sie sich, entsprechend ihrem Prothesendesign, durch metallene Fortsätze. Durch ihren besonderen Aufbau kann sie die Bewegungen der Wirbelsäule mitmachen. Bandscheibenprothesen gibt es für die Hals- und Lendenwirbelsäule. In beiden Fällen erfolgt die Operation von vorn.
Länge des stationären Aufenthaltes:
Der stationäre Aufenthalt beträgt zwischen 7 und 10 Tagen, abhängig von den notwendigen Voruntersuchen und dem Verlauf nach der Operation.
Nachbehandlung:
Bereits am ersten Tag nach der Operation wird der Patient mit Hilfe der Physiotherapie mobilisiert. Am Ende des stationären Aufenthaltes kann der Patient allen Verrichtungen des täglichen Lebens selbst nachkommen. Das Tragen von Lasten und extreme Bewegungen sollten jedoch vermieden werden. Nach ca. 3 Monaten kann die Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit, soweit diese den Heilungsprozess nicht gefährdet, wieder aufgenommen werden. Sportliche Aktivitäten sind, nach Rücksprache über die Art und Weise mit dem behandelnden Arzt, nach einem halben Jahr wieder möglich. Eine stationäre Rehabilitation ist meist nicht notwendig.
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