Spezialgebiete

Versteifungsoperationen an der Wirbelsäule

Synonyme:

  • PosteroLaterale Intercorporelle Fusion (PLIF)

  • AnteroLaterale Intercorporelle Fusion (ALIF)

  • Dorso-Ventrale Spondylodese


PosteroLaterale Intercorporelle Fusion (PLIF)

Kurzinformation:

Operationsindikation:

Bei hochgradigem Verschleiß der Bandscheiben und kleinen Wirbelgelenken (Facettengelenke), Instabilitäten (Wirbelgleiten) mit anhaltenden Rückenschmerzen und / oder neurologischen Symptomen.

Bei einem längerfristig planbaren Eingriff empfehlen wir eine vorherige Eigenblutspende.

Operationstechnik:

PLIF:

Zugang von hinten (Rücken); Versteifung des Wirbelsäulenabschnittes durch ein Schrauben-Platten-(Stab)-System und Einbringen eines Titan- oder Carbonplatzhalter (Cage) in den Zwischenwirbelraum.

ALIF:

Zugang von vorn durch den Bauchraum (retroperitoneal); Ausräumen von Bandscheibe und Wirbelkörper (z.B. bei Entzündungen oder Tumoren); Einsetzen eines Cages (Metall oder Titankorb).

Dorso-Ventrale Spondylodese:

Schrauben-Platten-(Stab)-System vom Rücken aus, in gleicher oder weiterer OP Ausräumen der Bandscheibe von vorn, Auffüllen mit Knochen vom Beckenkamm / alternativ Titancages.

Länge des stationären Aufenthaltes:

10-14 Tage

Nachbehandlung:

Tägliche Krankengymnastik ab dem ersten Tag nach der Operation. Eine stationäre Rehamaßnahme ist in der Regel nicht notwendig.

Dorso-Ventrale Stabilisierung

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Ausführliche Informationen:

Die Wirbelsäule setzt sich aus den, durch kleine Gelenke verbundenen, Wirbelkörpern, den, dazwischen liegenden, Bandscheiben und den kräftigen Haltebändern zusammen. Diese Konstruktion ermöglicht die aufrechte Haltung und die freie Beweglichkeit des Rumpfes. Die Wirbelsäule ist täglich höchsten Beanspruchungen ausgesetzt, so dass es über die Jahre zur Ausbildung von mehr oder weniger ausgeprägten Verschleißerscheinungen kommen kann.

Wann ist eine Operation angezeigt?

Führendes Symptom ist in der Regel der Rückenschmerz, welcher meist mehrere Ursachen hat. Ist die konservative Therapie (Krankengymnastik, Physikalische Therapie, Schmerzmedikationen auch mit Injektionsbehandlungen, Gewichtsreduktion etc.) ausgeschöpft und lässt sich damit keine Linderung mehr erzielen, ist oftmals ein operativer Eingriff die letzte Möglichkeit, den Schmerz zu reduzieren.

Stabilisierende Verfahren werden bei Aufbrauchserscheinungen der Bandscheiben, der kleinen Facettengelenke und bei Instabilitäten im Bereich der Wirbelsäule, insbesondere der Lendenwirbelsäule, angewandt.

Ursachen einer "Instabilität" an der Wirbelsäule können vielfältig sein. Neben knöchernen Instabilitäten können sowohl Muskeln, Sehnen und Bänder als auch verschlissene Bandscheiben verantwortlich sein.

Auch bei bereits voroperierten Patienten mit anhaltenden Bandscheibenproblemen kann eine erneute OP erforderlich sein.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Die Operation kann entweder nur vom Rücken aus erfolgen (PLIF-Technik) oder durch einen zweiten Zugang, durch die Bauchdecke von vorn, ergänzt werden (dorso-ventrale Spondylodese). Beiden Techniken gemein ist die Tatsache, dass der betroffene Wirbelsäulenabschnitt eingesteift wird. Die meist bereits vorher eingeschränkte Beweglichkeit in diesem Wirbelsäulenabschnitt wird durch die Operation nur selten weiter vermindert.

Bei der PLIF-Technik wird ein Teil der hinteren Anteile des Wirbels entfernt, der Rückenmarkskanal eröffnet und, am Rückenmark vorbei, die betroffene Bandscheibe entfernt. In den "leeren" Zwischenwirbelraum wird ein Carbon- oder Titanplatzhalter eingesetzt, der mit Knochenstückchen aufgefüllt wird. Zur Absicherung werden die benachbarten Wirbel zusätzlich durch ein Schrauben-Platten-(Stab)-System miteinander verspannt. Die normale Knochenheilung führt dann in den kommenden Wochen zu einer Versteifung des Wirbelsäulenabschnittes.

Die PLIF-Technik bietet sich bei Patienten an, die nicht nur auf Grund einer Instabilität sondern auch wegen einer Enge am Spinalkanal operiert werden müssen, da dieser hierbei ebenfalls freigelegt und dekomprimiert wird.

Bei bereits voroperierten Wirbelsäulen ist eine Operation allein vom Rücken aus oftmals aufgrund von Vernarbungen und des hohen Risikos, das Rückenmark zu verletzen, nicht möglich. In diesem häufigen Fall ist es notwendig die erkrankte/verschlissene Bandscheibe von vorn zu entfernen. Man spricht dann von einer dorso-ventralen Fusion, da zur Erhöhung der Stabilität ebenfalls von hinten mit einem Schrauben-Platten-(Stab)-Stabsystem zusätzlich stabilisiert wird. Der Bandscheibenraum wird ebenfalls mit einem Titan- oder Carbonplatzhalter und körpereigenem Knochen aufgefüllt, der während der gleichen Operation von den hinteren Wirbelkörperanteilen oder vom Beckenkamm entnommen wird.

Dorso-Ventrale Stabilisierung mit Wirbelkörpersatz


Wie lange muss man im Krankenhaus bleiben?

Der stationäre Aufenthalt beträgt ca. 10-14 Tage; nach 10 Tagen ist die Wundheilung abgeschlossen. Schon am ersten Tag nach der Operation wird der Patient mobilisiert und, wenn möglich, zum Laufen angehalten. Dabei wird er von kompetentem Pflegepersonal und Physiotherapeuten angeleitet. Um den 4.-6. Tag nach der Operation erfolgt eine Röntgenuntersuchung bei der das eingebrachte Fremdmaterial kontrolliert wird.

Das Sitzen in gekrümmter Haltung sollte in den ersten 6 Wochen nach der Operation vermieden werden, es besteht jedoch keine echte Einschränkung in der Bewegung, d.h. man kann sich bewegen wie es beliebt.

Für die ersten Wochen zu Hause ist es wichtig sich "rückengerecht" zu verhalten, während des stationären Aufenthaltes wird dieses jedoch ausgiebig durch die Therapeuten angelernt.

Wie erfolgt die Nachbehandlung?

Eine Rehamaßnahme ist in der Regel nicht notwendig. Der weiterbehandelnde Arzt sollte jedoch Krankengymnastik verordnen, um die hier eingeübten Bewegungsabläufe und Kräftigungsübungen weiter zu vertiefen.

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